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Viele Anfragen an unsere Gruppe betreffen Krankheiten oder Schädlinge, die sich an Pflanzen breit gemacht haben. Schon stellt man sich die Frage, was man falsch gemacht haben könnte und ob die Pflanze wieder gesund und schön wird.
Im folgenden Text erhalten Sie ein paar allgemeine Ratschläge und Tipps, weiter unten werden häufige Schädlinge vorgestellt.
Bedenken Sie bitte bei jeder Pflanzenbehandlung mit Giften, ob sich der Einsatz eines Mittels wirklich lohnt. Ist eine Pflanze in einem sehr schlechten Zustand, kann es besser sein, sich von ihr zu trennen und dafür eine neue zu kaufen, bevor man sich oder die Umwelt mit Pestiziden belastet!
Es ist oft schwer, die Ansprüche der Pflanzen besonders an den hohen Lichtbedarf zu decken. Hier liegt die Ursache vieler Probleme. Lichtmangel führt zum Vergeilen der Pflanzen. Sie wachsen untypisch lang und dünn, sind meist sehr hell gefärbt und anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Die meisten sukkulenten Pflanzen benötigen einen Platz im Freien oder zumindest einen sonnigen Platz am Fenster. Gesundheit erkennt man in der Regel an dunkelgrünen Pflanzenkörpern oder Blättern und einer dichten Bedornung. Gesunde Pflanzen sind im oberen Bereich normalerweise nicht schmaler, als unten.
Der Wasserbedarf sukkulenter Pflanzen wird oft unterschätzt. In der Wachstumszeit zwischen April und September benötigen die meisten Pflanzen ausreichend Wasser und Nährstoffe. Fehlen diese, wird die Pflanzen nicht wachsen. Wasserüberschuss zeigt sich häufig schnell durch Fäulnis im Wurzelbereich: Die Pflanze wackelt im Topf, wächst nicht und verfault im schlimmsten Fall komplett.
Man kann Pflanzen überdüngen. Gibt man zu viele Nährstoffe und zu wenig Licht, vergeilt die Pflanze. Ist ausreichend Licht vorhanden, wird die Pflanze bei Überdüngung nicht mehr wachsen. Als Faustregel kann man sagen, dass sukkulente Pflanze mit normalem Volldünger in halber Dosis drei bis vier Mal im Jahr gedüngt werden können. Zu beachten ist, dass viele Pflanzen im heißen August eine Wachstumspause einlegen und weder Dünger noch Wasser benötigen.
Die Größe des Topfes sollte zur Größe der Pflanze passen. Ist ein Kaktus genau so breit, wie sein Topf, kann man Umtopfen. Dabei wählt man einen Topf oder eine Schale, die rings herum etwa einen Zentimeter Platz zur Pflanze bietet. Sammler verwenden gerne viereckige Töpfe, weil man mit ihnen die meisten Pflanzen nebeneinander unterbringen kann. Man kauft Pflanzen in der Regel in runden Töpfen, weil sie in Topfmaschinen verwendet werden. Welche Topfform oder -material Sie verwenden, sollten Sie Ihrem Geschmack überlassen. Damit Säulenkakteen schnell wachsen, benötigen sie einen etwas größeren Topf.
Schädlinge an sukkulenten Pflanzen
Literaturtipp: Thomas Brand: Pflanzenschutz bei Kakteen und anderen Sukkulenten. Herausgegeben von der Deutschen-Kakteen-Gesellschaft e. V., Pforzheim 2009
Die häufigsten Schädlinge sind Schildläuse, Schmier- und Wurzelläuse, Spinnmilben und Trauermücken. Sie stelle ich hier kurz vor.
Schildläuse trifft man eher an Blättern, weniger an Kakteenkörpern. Dort kommen sie am ehesten an Opuntien vor. Das Problem dieser saugenden Insekten besteht neben der Saugtätigkeit in der Verschmutzung der Pflanzen durch herab tropfende klebrige Ausscheidungen. Schildläuse werden oft beim Kauf neuer Pflanzen eingeschleppt. Deshalb ist die Kontrolle neuer Pflanzen (am besten schon beim Händler) sehr wichtig. Befallene Pflanzen sollte man nicht kaufen. Gute Fachhändler freuen sich über einen Hinweis zum Befall, in Baumärkten oder Verkaufsgärtnereinen ist man meiner Erfahrung nach mit dem Problem überfordert und wird es eher ignorieren. Befallene Pflanzen sollte man sofort von gesunden Pflanzen trennen und so hinstellen, das s sie keine anderen anstecken können. Schildläuse kann man leicht durch Abreiben mit den Fingern und Abspülen entfernen. Bei größeren Pflanzen wird das nicht ausreichen und eine Behandlung mit einem speziellen Öl oder einem (systemischen) Insektizid erforderlich sein. Fragen Sie bitte bei einem Fachhändler nach einem geeigneten Mittel.
Schmier- und Wurzelläuse ...sind leider oft so gut verborgen, dass man sie erst entdeckt, wenn der Befall sich verbreitet hat. Auch hier ist Vorbeugung wichtig. Sehen Sie sich neue Pflanzen gut an, topfen Sie diese aus und suchen Sie nach einem Befall. Die Läuse umgeben sich mit einem weißen pelzigen Belag. Unter Dornen ist er nur schwer erkennbar. Sie verstecken sich gerne in Ecken von Töpfen, Kisten uns Tischen. Wurzelläuse findet man oft zwischen Ballen und Topf. Das kann man gut im Geschäft kontrollieren - aber bitte vorsichtig! Schmierläuse lassen sich nicht immer durch Abspülen entfernen. Wurzelläuse erfordern ein vollständiges Entfernen des Substrates. Dies geht durch Abschütteln und Abbrausen mit dem harten Strahl einer Dusche. Danach die Pflanze eine Woche trocknen lassen, neu eintopfen und mit einem speziellen Öl oder einem (systemischen) Insektizid behandeln. Fragen Sie bitte bei einem Fachhändler nach einem geeigneten Mittel.
Spinnmilben ...gehören tatsächlich zu den Spinnentieren. Aus diesem Grund helfen einige Insektizide bei der Bekämpfung nicht. Lassen Sie sich beim Kauf nichts erzählen: Schauen Sie selber auf der Verpackung nach, ob das Mittel gegen Spinnmilben zugelassen ist! Sie erkennen den Schädling an feinen Spinnenfäden zwischen den Blättern. An Kakteen erkennen Sie den Befall in der Regel zu spät, wenn die grüne Haut der Pflanze weißlich wird und verschorft. Spinnmilben sind so klein, dass man sie mit dem Auge gerade noch erkennen kann (im Bild die orangenen Punkte). Der Befall tritt meist am Fenster und in Gewächshäusern im Winter auf, im Freiland hatte ich noch nie einen Befall. Da sich die Tiere sehr schnell vermehren, können sehr viele Pflanzen in kurzer Zeit befallen werden. Die Schäden kann man meist noch sehr lange erkennen. Ist nur eine kleinere Pflanze befallen, kann es helfen, sie in einen durchsichtigen Plastikbeutel zu tun, gut anzufeuchten und zwei Wochen geschlossen zu halten. Spinnmilben vertagen keine hohe Luftfeuchte. Die Erhöhung der Luftfeuchte kann einem Befall vorbeugen. Dies geht natürlich im Winter wegen der Fäulnisgefahr schlecht. Ansonsten hilft ein zugelassenes Akarizid (Spinnentier-Gift).
Trauermücken ...findet man, wenn das Substrat ständig feucht ist und an dunklen Stellen. Also besonders in Aussaattöpfen, die eine gleich bleibende Feuchtigkeit verlangen. Man verwechselt die erwachsenen Tiere auf den ersten Blick leicht mit Eintags- oder Obstfliegen. Sie sind jedoch kleiner und schlanker und kümmern sich nicht um altes Obst. Schaden verursachen die Larven. Sie können ganze Aussaaten in kurzer Zeit vernichten. Verzichten Sie möglichst auf Humus bei der Aussaat. Mineralische Substrate werden weniger befallen. Decken Sie Aussaaten ab, sobald dies geht. Gelbtafeln locken Trauermücken an. Sie bleiben kleben und behalten ihre befruchteten Eier für sich. Eine sichere Bekämpfung geht so leider nicht. Die zur Bekämpfung zugelassen Mittel sind sehr giftig und man sollte sich den Einsatz gut überlegen. Als biologische Bekämpfung hilft Bacillus thunbergiensis var. israelensis, ihn für den Hausgebrauch zu beschaffen wird sich aber kaum lohnen. Da es sich um einen Schädling handelt, der in der Regel nur Aussaaten befällt, sollte man besonders auf die Hygiene achten und bei Befall sofort pikieren und trockener weiter kultivieren.
Autor: M. Wentzel
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